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Wir nehmen Absolute-Return-Anlagen den Schrecken

Januar 2018

Von Patricia Schuetz, Senior Client Portfolio Manager

Es gibt Alternativen zu traditionellen Anleihenfonds. Diese können für Anleger interessant sein, die sich wegen höherer Zinssätze Gedanken machen.

Diese Anleihen sind vielleicht nicht so glamourös wie Aktien, aber die meisten Anleger wollen auf sie nicht verzichten – weil ihnen wichtige Funktionen zukommen. Da es sich bei Anleihen um verzinsliche Darlehen für Staaten und Unternehmen handelt, werden sie an einem bestimmten Datum in voller Höhe zurückgezahlt und sind somit eine zuverlässige Einkommensquelle. Hinzu kommt, dass sie in der Regel nicht so volatil sind wie Aktien und auch mit Konjunkturabschwüngen gut zurechtkommen. Als Komponente eines Anlageportfolios können sie für die nötige Stabilität sorgen, insbesondere wenn das Wirtschafts- und Finanzklima unsicher ist.

Es gibt jedoch Anzeichen, dass Anleihen in Zukunft möglicherweise nicht mehr den gewohnten Schutz bieten. Dadurch, dass die Zentralbanken überall auf der Welt Massnahmen ergriffen haben, um die Schuldenkrise von 2008 in den Griff zu bekommen, sind immer mehr Anleihen sehr teuer geworden und viele werfen im Verhältnis zu ihrem Preis mittlerweile nur noch sehr wenig Gewinn ab. Das bedeutet: Sobald die Zentralbanken ihre Zinsen auf normalere Stände anheben oder die Inflation steigt, könnten Anleihen stark an Wert verlieren. Mit anderen Worten, eine Anlageform, die in der Vergangenheit als sicher galt, bekommt Risse.  

Das soll aber nicht heissen, dass wir von Anlagen in Anleihen abraten. Vielmehr sollten Anleger überlegen, wie sie anders in Anleihen investieren können. Eine Möglichkeit, weiterhin die traditionellen Vorzüge dieser Anlageform zu nutzen, ist über einen Absolute-Return-Anleihenfonds. Solche Fonds sind auf stabilere Renditen in den verschiedenen Phasen des Konjunkturzyklus ausgerichtet. In der Regel streben sie ein bestimmtes Renditeniveau über einen festgelegten Zeitraum an – das Anlageziel könnte zum Beispiel darin bestehen, eine Rendite zu erwirtschaften, die um einen bestimmten Betrag über der Inflation oder der Verzinsung von Spareinlagen in einem Zeitraum von drei Jahren liegt.
Mehr Stabilität: Absolute-Return-Anleihenfonds streben stabilere Renditen als traditionelle Fonds an

Vergleich der Renditeverläufe, nur zur Veranschaulichung

Absolute-Return-Ansatz
Quelle: Pictet Asset Management

Allgemein gesprochen tun Absolute-Return-Anleihenfonds drei Dinge, die Mainstream-Fonds meist nicht tun:

Sie investieren in eine breite Vielfalt von Ländern, Unternehmen und Währungen
Absolute-Return-Anleihenfonds beschränken sich nicht auf eine bestimmte Kategorie von Anleihen. Sie streuen ihr Vermögen weit und suchen die besten Anlagen aus dem grösstmöglichen Spektrum von Ländern, Unternehmen und Währungen aus. Dahinter steckt eine klare Logik: Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass es einfacher ist, die Höhen und Tiefen des Konjunkturzyklus zu überstehen, wenn unsere Anlagen breiter gestreut sind. 

Sie steuern Risiken als Möglichkeit für die Erzielung von Renditen
Absolute-Return-Anleihenfonds betrachten Rendite und Risiko als verschiedene Seiten derselben Medaille. Die Steuerung der mit Anleihen verbundenen Risiken hat bei ihnen daher eine hohe Priorität. Dieser Ansatz kann helfen, die Volatilität zu minimieren, mit denen die Anleger in der Regel von einem Jahr zum nächsten rechnen müssen.  

Sie setzen ausgeklügelte Anlagetechniken ein
Da Absolute-Return-Anleihenfonds bestrebt sind, Anlagen vor den nachteiligen Auswirkungen der Schwankungen eines Markts zu schützen, setzen sie Finanzinstrumente ein, die genau das tun. Diese Instrumente – die meisten von ihnen sind Derivate – werden schon seit Jahren von professionellen Anlegern eingesetzt, um unerwünschte Risiken im Falle eines Abschwungs der Wirtschaft oder an den Märkten zu mindern  oder auszuschliessen.

Da sich Absolute-Return-Anleihenfonds unter schwierigen Marktbedingungen auf Kapitalerhalt konzentrieren, können sie Stabilität in ein Anlageportfolio bringen.

Natürlich sind Absolute-Return-Anleihenfonds nicht für alle Anleger die richtige Wahl. Sie eignen sich in der Regel für Anleger, die bereit sind, bei einem Marktaufschwung auf hohe Gewinne zu verzichten, wenn sie dafür in turbulenten Zeiten besser geschützt sind. Zudem kann es sein, dass Absolute-Return-Anleihenstrategien über kürzere Zeiträume nicht konsistent positive Renditen liefern.

Dennoch können Absolute-Return-Anleihenfonds dank ihrer vielen Differenzierungsmerkmale Stabilität in ein Anlageportfolio bringen. Das dürfte für Anleger nicht uninteressant sein.