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Thematische Aktien und Asset-Allocation

Dezember 2019

Thematische Aktien: Bausteine eines diversifizierten Portfolios

Anleger können unabhängig von ihrem Ansatz für den Portfolioaufbau einen Teil ihres Vermögens in thematische Aktien investieren.

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Übersicht

Aktienanleger haben die Investmentwelt traditionell in Länder oder Regionen unterteilt. Der Vorteil dieser Klassifizierung ist, dass sie einfach ist. Aber ganz so einfach, wie es scheint, ist es doch nicht. Anleger könnten zum Beispiel versucht sein zu glauben, dass der FTSE-100 die britische Wirtschaft abbildet. In Wirklichkeit aber erzielen die Bestandteile des Index deutlich mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland.

Diese Anomalien erklären, warum bei der Allokation von Kapital heute verstärkt auch andere Dimensionen berücksichtigt werden. Thematische Aktien bieten Anlegern die Möglichkeit, am Wachstum in Bereichen der Wirtschaft zu partizipieren, die sich der traditionellen Klassifikation entziehen. Investmentthemen wie Robotik und saubere Energie sprengen die Grenzen von Branchen, Ländern und Regionen. Ausserdem sind sie als Portfoliobausteine greifbarer.

In diesem Kommentar erläutern wir, wie Anleger  thematische Aktien zum Bestandteil ihrer Portfolios machen können.

Dazu schauen wir uns drei Ansätze an:

  • Thematische Aktien als Satelliten-Investment in einem "Core-Satellite-Konzept"
  • Thematische Aktien als ein Instrument, um einer globalen Aktienallokation oder einem „Carve-out“ gerecht zu werden
  • Thematisch diversifizierte globale Aktienportfolios
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Thematische Aktien in einem "Core-Satellite-Portfolio"

Für Anleger, die ohne grossen Aufwand thematisch investieren möchten, bietet sich die "Core-Satellite-Strategie" an.

Bei diesem Ansatz wird das Portfolio zweigeteilt: Der "Core-Teil“ beinhaltet traditionelle Anlagen wie Aktien und Anleihen. Er strebt die Erzielung der Marktrendite („Beta“) an.

Im Gegensatz dazu investieren die „Satelliten“, die zwar kleiner sind, aber bis zu einem Viertel des Gesamtkapitals eines Portfolios ausmachen können, in unkonventionelle Anlagen. Allokationen in Satelliten erfolgen entweder langfristig – mindestens drei Jahre – oder für kürzere Zeiträume im Rahmen einer taktischen Anlagestrategie. In jedem Fall besteht das Anlageziel entweder darin, zusätzliche Alpha-Quellen zu erschliessen (d. h. eine Rendite, die über derjenigen des Marktes liegt oder unabhängig von der Marktrendite ist) oder das Risiko zu diversifizieren.


Abb. 1: Thematische Aktien in einem "Core-Satellite-Portfolio"
CoreAllocation.png

Nur zur Veranschaulichung. Quelle: Pictet Asset Management

Thematische Aktien sind aus mehreren Gründen ein effizientes Satelliten-Investment. Zunächst einmal werden Themenaktien von Unternehmen ausgegeben, die keinen bedeutsamen Platz in grossen Indizes wie dem MSCI World einnehmen. Das Universum thematischer Investments enthält einen grösseren Anteil an spezialisierten Unternehmen mit relativ geringer Kapitalisierung und Schwellenländeraktien. Hinzu kommt, dass das Angebot thematischer Investments breit gefächert ist – es gibt fast genauso viele Themenaktien wie in traditionellen globalen Aktienindizes vertretene Unternehmen.

Um die Effizienz von thematischen Aktien als Satelliten-Investments zu veranschaulichen, haben wir eine Analyse mithilfe einer Portfoliooptimierung durchgeführt. Dabei werden Kennzahlen wie Rendite, Volatilität und Korrelation von Anlagen herangezogen, um festzustellen, mit welcher Kombination von Wertpapieren sich das optimale Portfolio zusammenstellen lässt. Das optimale Portfolio für eine bestimmte erwartete Rendite ist dasjenige mit der niedrigsten erwarteten Volatilität. 

Portfoliooptimierung: Thematische Aktien in einem ausgewogenen Portfolio

Konkret analysiert unsere Studie den Effekt einer Integration thematischer Aktien in ein diversifiziertes Portfolio – dessen Anlagen sich in unterschiedlichen Prozentsätzen auf Aktien und Anleihen verteilen (jeweils dargestellt durch den MSCI ACWI Index und den BofA Merrill Lynch Global Government Bond Index).

Unser Ziel ist es, die optimale Grösse der Allokation in Themenaktien zu bestimmen.

Eine detaillierte Beschreibung der Methodik – die auf einer Stichprobe monatlicher Beobachtungen zu den thematischen Portfolios von Pictet Asset Management und den erwarteten Renditen für die globalen Aktien- und Anleihenindizes beruht – finden Sie im Anhang.

Die Stichprobenanalyse thematischer Einzelstrategien wird aus verschiedenen Gründen herangezogen.

Erstens wird davon ausgegangen, dass der Anleger nicht in der Lage ist, im Voraus die thematische Strategie mit der besten Performance auszuwählen. Zweitens bildet die Methode die typische Investmententscheidung bzw. eine Allokation in eine Einzelthemen- statt in eine Mehrthemenstrategie nach.

Drittens geht bei Heranziehung eines Einzelthemen-Portfolios die Methode davon aus, dass es keine Verbesserungen des Risiko-Rendite-Verhältnisses gibt, die sich sonst aus einer diversifizierten Mehrthemenstrategie ergäben.  

Die Analyse zeigt, dass ein optimales "Core-Satellite-Portfolio" abhängig vom Renditeziel eines Anlegers 20% seines Gesamtkapitals thematischen Aktien zuweisen würde (Abb. 2).

Abb. 2: Simulation A –  Allokation in thematische Aktien in einem gemischten Anleihen-Aktien-Portfolio

Allokation in thematische Aktien, %, in gemischtem Anleihen-Aktien-Portfolio gemäss Renditeziel*

ReturnTarget.png

* Ergebnisse basieren auf einer Portfolioptimierung, wie im Anhang erläutert. Historische Daten beziehen sich auf den Zeitraum 31.12.2008–31.08.2019; prognostizierte Renditen für den MSCI World Index und den BofAML Government Bond Index beziehen sich auf den Zeitraum 31.03.2019–31.03.2024.
Alle Renditen sind in US-Dollar angegeben. 

Um die Validität dieser Beobachtungen zu überprüfen, haben wir eine zweite Studie mit anderen Variablen durchgeführt.

Diese Analyse, die ebenfalls im Anhang beschrieben ist, basiert auf einer Portfoliosimulation anhand historischer Daten der vergangenen zehn Jahre. In diesem Fall verteilt sich das Vermögen des Basisportfolios wie folgt: 60% globale Aktien und 40% globale Anleihen; es werden dieselben Indizes wie bei der ersten Studie herangezogen. Die Daten zu den thematischen Aktien werden aus denselben Quellen und mit derselben Methodik bezogen.

Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass sich das optimale Portfolio aus einer Kernallokation zusammensetzt, deren Anlagen sich gleichmässig auf die verschiedenen Anleihen verteilen, ergänzt um eine Allokation von 18% in thematische Aktien. Die Volatilität ist bei diesem Kern-Satelliten-Portfolio genauso hoch wie bei einem Aktien-Anleihen-Portfolio im Verhältnis 60/40, aber die Rendite ist höher. Die positive Renditedifferenz beträgt 0,2 Prozentpunkte pro Jahr (gebührenbereinigt).


Abb. 3: Simulation B – Thematische Allokation in  einem Portfolio mit einem Mix aus Aktien und Anleihen

Rendite und Volatilität, % annualisiert, von 60/40-Portfolio und diversifiziertem Portfolio mit thematischer Aktienallokation

Table.png

* Ergebnisse einer Portfolioptimierung, wie im Anhang beschrieben. Die Studie vergleicht Rendite und Volatilität eines ausgewogenen 60/40 Aktien-Anleihen-Portfolios mit denen eines 50/50 Aktien-Anleihen-Portfolios mit zusätzlich 18% Allokation in thematischen Aktien. 

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Thematische Aktien als Carve-out

Auch wenn der "Core-Satellite-Ansatz" recht beliebt ist, nehmen die meisten professionellen und privaten Anleger ihre Kapitalallokation nach Regionen vor. Bei dieser Strategie wird das Investmentuniversum in grosse regionale Blöcke wie Nordamerika, Westeuropa und Asien-Pazifik-Raum unterteilt.
Abb. 4: Thematische Aktien in einem Portfolio, dessen Kapital nach Regionen zugeteilt wird
PieChart.png

Nur zur Veranschaulichung. Quelle: Pictet Asset Management

Auf den ersten Blick scheinen thematische Aktien in einem solchen Portfolio nicht gerade gut aufgehoben zu sein. Thematische Anlagestrategien sind meist von Natur aus global, überschreiten regionale Grenzen.

Dennoch spricht vieles dafür, eine Allokation in „anderen globalen Aktien“ neben grösseren regionalen Allokationen aufzubauen (Abb. 3).

Bei regionalen Investments geht es darum, das Kapital auf Anlagen zu verteilen, die sich nicht im Gleichschritt entwickeln, aber dieser Ansatz hat auch seine Tücken. In den vergangenen zwanzig Jahren hat sich immer wieder gezeigt, dass sich die regionalen Aktienmärkte synchron entwickeln können, vor allem in Zeiten hoher Volatilität. Daher kann die Integration einer differenzierten globalen Anlageklasse wie thematischen Aktien helfen, Risiko- und Renditequellen zu diversifizieren.

Einige thematische Aktienstrategien sind als Ergänzung regionaler oder länderbasierter Portfolios besser geeignet als andere. Am besten funktionieren Strategien, die in mehrere Anlagethemen gleichzeitig investieren und somit breiter diversifiziert sind; sie können daher einen grösseren Teil einer globalen Aktienallokation ausmachen. 


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Thematische Aktien als Instrument zur Portfoliodiversifizierung

Immer mehr Anleger stellen den Nutzen eines regionalen oder länderbasierten Portfolioaufbaus in Frage. In ihren Bedenken spiegelt sich die ausgeprägte Veränderung der Marktdynamik in den letzten Jahren wider. Seit der Finanzkrise 2008 ist bei einem Aktienausverkauf eine starke Zunahme der Renditekorrelation an den regionalen und nationalen Aktienmärkten zu beobachten. Infolgedessen schwindet der Nutzen einer internationalen Diversifizierung ausgerechnet dann, wenn er am meisten benötigt wird. Globale Investments, bei denen Kapital auf mehrere globale Industriezweige verteilt wird, werden demnach immer beliebter. Dieser alternative Ansatz ist auch durch akademische Forschung belegt. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass der Niederlassungsort eines Unternehmens potenziell weniger Einfluss auf die Anlagerenditen hat als die Branche oder der Sektor, in dem es tätig ist.

Thematische Investments wollen sich diesen Trend zunutze machen. Ihr Ansatz ist länder-/regionenunabhängig und ihr Anlageuniversum besteht zu einem Grossteil aus Unternehmen, die nicht in den grossen globalen Benchmarks gelistet sind. Dies lässt darauf schliessen, dass ein globales Portfolio mit Investments in einen diversifizierten Korb ergänzender thematischer Aktien eine potenziell effizientere Kapitalallokation ermöglicht als ein Portfolio, das mit traditionellen regionalen Bausteinen zusammengestellt wird.

Abb. 5: Simulation C – Thematische Allokation in einem ausgewogenen Portfolio

Rendite, Volatilität, %, annualisiert für ein ausgewogenes Portfolio mit verschiedenen Allokationen in Themenaktien

Return_Deviation.png

Portfoliosimulation ist im Anhang beschrieben

Um dies zu veranschaulichen, führen wir eine Reihe von Simulationen zur Portfoliooptimierung durch, ähnlich wie die in Anhang 1 beschriebenen, bei denen aber thematische Aktien durch das Global Megatrend Selection (GMS) Portfolio von Pictet Asset Management abgebildet werden, einer Investmentstrategie, deren Kapital gleichmässig auf jedes unsere Einzelthemen-Aktienportfolios verteit wird.

Ziel der Studie ist es, die optimale Kombination der drei Anlageklassen (Anleihen, "Mainstream"-Aktien und thematische Aktien) bei bestimmten Renditezielen zu ermitteln. Die Studie zieht dieselben Aktien- und Anleihenindizes wie oben heran.

Die Simulation berücksichtigt unsere langfristigen Renditeprognosen für globale Anlageklassen – wie im Anhang beschrieben – und eine Kovarianz-Matrix basierend auf historischen monatlichen Renditen für die GMS-Strategie, Anleihen und Aktien. Wir bleiben konservativ und nehmen an, dass die künftigen Renditen für die GMS-Strategie denjenigen des MSCI ACWI Index in den kommenden fünf Jahren entsprechen.

Die Analyse zeigt, dass bei fast jedem potenziellen Renditeniveau das optimale Portfolio eine grössere Allokation in GMS aufweist als in die im MSCI ACWI Index vertretenen Aktien (Abb. 5).

In der Realität könnte die optimale Allokation in thematischen Aktien noch höher sein, weil unser Modell von der konservativen Annahme ausgeht, dass die GMS-Strategie eine ähnliche Rendite wie der Aktienindex erzielt. (Die Strategie hat seit ihrer Auflegung höhere Renditen erwirtschaftet als der Index.)

Insgesamt deuten diese Analysen darauf hin, dass ein auf mehreren Themen basierendes thematisches Aktienportfolio Risiko- und Renditequellen genauso effektiv diversifizieren kann wie Anlagen, die durch einen globalen Aktienindex abgebildet werden. 


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Fazit

Thematische Aktien investieren in Unternehmen mit unverwechselbaren Merkmalen. Solche Unternehmen sind in der Regel Spezialisten auf einem bestimmten Gebiet und in den dynamischsten Bereichen der Wirtschaft tätig. Aus diesen Gründen sind wir überzeugt, dass sie hohes Potenzial für Kapitalwachstum bieten. Die Studie beschreibt, wie thematische Investments in diversifizierte Investmentportfolios integriert werden können. Mithilfe von Methoden der Portfoliooptimierung zeigen wir, dass thematische Aktien effizient als Satelliten-Investments in einem "Core-Satellite-Portfolio" eingesetzt werden können. Wir veranschaulichen auch, dass sie Bausteine für Anleger sein können, die Kapital global allokieren. Anleger, die die Welt nach Regionen oder Länder einteilen, können ebenfalls thematisch investieren. Dazu empfehlen wir ein „globales Carve-out“ in ihrem Portfolio.
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Anhang

Methodik der Portfoliooptimierung

Die Ergebnisse in Abb. 2 resultieren aus folgender Vorgehensweise:

Zunächst erstellen wir 100 zufällige thematische Rendite-Zeitreihen. Mit anderen Worten: Für jede monatliche Beobachtung im Überprüfungszeitraum ziehen wir die historische Rendite einer zufällig ausgewählten thematischen Aktienstrategie aus der Palette von Pictet Asset Management aus. Dieser Prozess setzt keine besonderen Fähigkeiten bei der Strategieauswahl voraus. Folgende Strategien wurden in die Studie einbezogen: Water, Security, Health, Biotech, Premium Brands, Clean Energy, Digital, Timber, Nutrition, Robotics, SmartCity, Global Environmental Opportunities und Global Thematic Opportunities.

Die Renditen der thematischen Strategien sind in US-Dollar angegeben, gebührenbereinigt und beziehen sich auf die Anteilsklasse P. Die Angaben basieren auf den von Bloomberg bezogenen Fondsdaten. Wir nutzen historische Daten für den Zeitraum 31.12.2008–31.08.2019. Wir erstellen dann mithilfe der historischen Renditen für den MSCI ACWI Index und den BofAML Global Government Bond Index eine Kovarianz-Matrix für jeden der 100 Simulationsläufe.

Für die Renditeschätzungen der nächsten fünf Jahre für globale Aktien und globale Staatsanleihen stützen wir uns auf   das selbstentwickelte Prognosemodell der Pictet Asset Management Strategy Unit, dessen Methodik im Folgenden beschrieben ist.

Auf Grundlage der zufallsgestützten Kovarianz-Matrizen und Renditeschätzungen werden dann 100 Effizienzkurven („Efficient frontiers“) erstellt, die Auskunft über die optimale Verteilung auf die drei Anlageklassen geben. Die genannten und in Abb. 2 dargestellten thematischen Aktienallokationen stellen das 33. Percentil der Allokation in thematische Aktien für das jeweilige Renditeziel dar. Bei zwei Drittel der Simulationen ist die empfohlene Allokation grösser als die in der Abbildung dargestellte.

Eine detailliertere Beschreibung der Portfoliooptimierung nach dem Mean-Variance-Ansatz finden Sie hier:
http://www.columbia.edu/~mh2078/FoundationsFE/MeanVariance-CAPM.pdf

Die Ergebnisse in Abb. 3 basieren auf einer Simulation, bei der wir ebenfalls historische Daten für den Zeitraum 31.12.2008–31.08.2019 verwendet haben. Wir berechnen das ex-post Risiko- und Renditeverhalten eines ausgewogenen Aktien-Anleihen-Portfolios, bei dem 60% auf Aktien verteilt werden, die im MSCI ACWI Index vertreten sind, und 40% auf Anleihen, die im BofA Merrill Lynch Global Government Bond Index vertreten sind. Die Renditen sind in US-Dollar angegeben. Für die Berechnung der historischen Renditen und Volatilität des thematischen Aktienuniversums gehen wir genauso vor wie bei der Portfoliooptimierung oben. 

Wir haben anschliessend 500 Simulationen durchgeführt, bei denen ein 50/50 Anleihen-Aktien-Portfolio durch ein thematisches Satelliten-Investment ergänzt wurde, um dasselbe durchschnittliche Risiko zu erreichen wie beim 60/40 Portfolio. Die Volatilität der thematischen Aktienallokation lag bei den 500 Simulationsläufen im Durchschnitt bei 18% und war damit genauso hoch war wie beim 60/40 Portfolio, aber mit einer höheren Rendite.

Die Ergebnisse in Abb. 5 beziehen sich auf eine Portfoliooptimierung anhand unserer eigenen 5-Jahres-Prognosen für die Anlageklassen und einer Kovarianz-Matrix, die von den historischen Renditen für den MSCI ACWI Index und den BofA Merrill Lynch Global Government Bond Index abgeleitet sind. Die Methodik ist dieselbe wie oben beschrieben.

Renditeprognosen für den Aktien- und Anleihenmarkt – Methodik

Unsere Prognosen für die Anleiherenditen basieren auf dem Verhältniswert Anleiherendite zu nominalem BIP-Trendwachstum von 0,75 für die USA und das Vereinigte Königreich und 0,7 für Deutschland (BIP der Eurozone). Für Japan nehmen wir an, dass die Anleiherendite bis 2024 entsprechend der Trendinflation steigt. Zur Berechnung der künftigen annualisierten rollierenden Rendite ziehen wir die Kurvendaten von Bloomberg heran und passen die rollierende Rendite für das Jahr 5 auf Grundlage des von uns erwarteten 10-Jahres-Leitzinses an. Bei den Renditeprognosen wird von einer Erlösquote von 40% für Industrieländeranleihen, 50% für Schwellenländer-Staatsanleihen und 30% für Schwellenländer-Unternehmensanleihen ausgegangen.

Herangezogen werden die folgenden Benchmarks: JPMorgan Indizes für Industrieländer-/Schwellenländer-Staatsanleihen und Schwellenländer-Unternehmensanleihen; SBI Index für Schweizer Obligationen; Barclays Euro Aggregate Corporate Index für Investment-Grade-Anleihen der Eurozone; BoFA Merrill Lynch Indizes für Hochzinsanleihen der Eurozone/USA, 10-jährige US-TIPS.

Für die Prognosen zum Aktienmarkt wird das Umsatzwachstum durch unsere Prognose des nominalen BIP-Wachstums abgebildet (Durchschnitt 2018 bis 2022), bereinigt um die regionale Umsatzverteilung. Unsere Prognosen zur Veränderung der Gewinnmargen gehen von einer Rückkehr zum langfristigen Mittelwert in den kommenden zehn Jahren aus, bereinigt um den Konjunkturzyklus (Produktionslücke) und die erwartete Währungsaufwertung. Das Wachstum des Gewinns je Aktie ist um Verwässerungseffekte bereinigt.

Der Fair-Value basiert auf dem 12-Monats-KGV für den S&P 500 Index, wobei in dem Modell die Prognosen für Anleiherenditen, Inflation und BIP-Trendwachstum berücksichtigt sind. Die Prognosen gehen von einer Rückkehr des KGV zum langfristigen durchschnittlichen Abschlag auf die USA aus (Zeitraum nach 1999 für Eurozone, Schweiz und Japan). Das KGV für die "Frontier-Märkte" entspricht dem Schwellenländer-KGV.

Renditen Aktienmärkte, 5-Jahres-Prognosen

Tabelle

Quelle: Pictet Asset Management; Prognosezeitraum 31.03.2019–31.03.2024

Renditen Anleihemärkte: 5-Jahres-Prognosen
Tabelle

Quelle: Pictet Asset Management; Prognosezeitraum 31.03.2019–31.03-2024